Wenn kleine Dinge wichtig werden

Und schon wieder ist so viel passiert, dass ich eigentlich nicht weiß, wo ich beginnen soll…

Sascha und ich sind von Brasov nach Cluj gefahren, wo wir dann Saeedeh getroffen haben. Nachdem unser Zug 2,5 Stunden Verspätung hatte, stand der deutsch-ukrainisch-iranischen-Wiedervereinigung nichts mehr im Wege und es war einfach nur eine wunderschöner Moment die beiden wieder zu haben.
Zu Cluj muss ich ein paar Sätze schreiben. Cluj war mit Abstand die unattraktivste Stadt für mich. Fast nur graue sowijet Bauten, die der Stadt ein heruntergekommenes Flair verliehen haben. Dazu kam auch noch, dass uns Saeedeh in ihrer Unterkunft nur EIN Bett beschaffen konnte. Die Unterkunft war ein Studentenwohnheim. 6 Leute in einem 20m² Zimmer, von dem Waschraum für 3 Etagen fange ich lieber gar nicht erst an. Das gute an der ganzen Situation: wir mussten keinen Cent zahlen, aber im Nachhinein mussten Sascha und ich zugeben, dass Cluj auch auf Grund der Unterkunft nicht so schön war.
Letztendlich wollten wir dann zusammen mit Saeedeh nach Sighisoara fahren, was allerdings nicht geklappt hat, da Saeedeh am Abend vor der Abreise noch einen Anfall bekommen hat, weil ihr aufgefallen war, dass wir ja schon in 8 Stunden los wollten und sie noch nichts gepackt und sich noch nicht verabschiedet hatte, etc. Das war ein bisschen frustrierend, da wir ja irgendwo nur für sie gekommen sind und sie dann nur wegen ihrer „Verpeiltheit“, die sowieso schon kurze Zeit mit ihr, noch weiter gekürzt hat. Letztendlich ist sie dann 1,5 Tage später nach Sibiu gekommen.
In Sighisoara war ich also mit Sascha wieder alleine, wir haben viel Kaffee getrunken über offensichtliche Touristen gelacht und die kleine Stadt lieben gelernt. Nach Sighisoara sind wir dann in Sibiu wieder auf Saeedeh getroffen und haben unsere Zeit sehr gut genutzt. Ich hatte die Tage zuvor ein Auto für den Dienstag gemietet und ich war vier Tage vorher schon hibbelig, weil ich endlich die berüchtigte Transfagaras Road fahren wollte! Also wir dann am Dienstagmorgen im Büro der Autovermietung standen, sollte es allerdings anders kommen. Es war nämlich auf einmal die Rede von einer Kaution von 1200€. Die hatte natürlich keiner von uns auf dem Konto! Also ging das Falschen um eine niedrigere Kaution los. Letztendlich mussten wir eine Versicherung abschließen, die nochmal genau so teuer war wie das Auto. Damit hatten wir dann nur noch eine Kaution von 300€ und die hatte ich dann Gott sei Dank. Ziemlich geknickt darüber, wie das nun alles gelaufen war, wurde ich zum Auto geführt. Gebucht war eine Opel Astra, aber wir bekamen einen Dacia Kombi, der fast aussah wie ein Range Rover! Das war schon ziemlich Sahne! Ein Neuwagen, keine 9000 km runter, groß, weiß, mit Klimaanlage und allem was das Herz begehrt! Als ich losfahren wollte, kam der Geschäftsführer nochmal raus und beobachtet wie ich das Auto startete. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er sehen wollte, ob ich es schaffe, ohne Kratzer, in der zu engen Straße zu wenden und aus der noch winzigeren Parklücke komme. Ich versuchte nicht daran zu denken, wann ich das letzte Mal Auto gefahren bin – ich wusste es absolut nicht mehr – und begann auszuparken. Klappte auf Anhieb und ohne Problem und auch das Wenden war sehr geschmeidig innerhalb einer Dreipunktwendung erledigt. Als ich in den Rückspiegel sah, sah ich nur ein „das hätte ich nicht erwartet“-Gesichtsausdruch des Chefs und dachte für mich „PAAAAH!!! SIEHSTE MAL!“
Der Weg durch die Stadt war schnell geschafft und nach 1,5 Stunden gelangten wir auf die berühmt berüchtigte Transfagaras Road und ich kann euch nur sagen, das war der größte Spaß aller Zeiten!! Leider hat es nach circa 10 Minuten auf der Strecke angefangen sehr nebelig zu werden, so, dass ich mit Nebelschlusslicht fahren musste. Die Berge schienen sehr mysteriös und verwunschen und wir hatten das Gefühl nach Narnia gekommen zu sein. Immer mal wieder lichtete sich der Nebel und erlaubte uns zu erahnen, was von ihm verborgen wurde. Was aber wirklich hinter dem Nebel lag, sollten wir erst Stunden später erfahren.
Wir hielten immer wieder an, sprangen aus dem Auto, fotografierten, alberten rum und rannten wieder zurück zum Auto, um mit lauter Musik weiter zu fahren. Die drei Lieder die wir am meisten hörten packe ich mal ans Ende und ihr müsst euch die Lieder zu den Bildern anhören und euch vorstellen, wie drei bekloppte Mädchen aus drei Ländern dazu im Auto abgehen! Könnte ganz lustig werden!
Als wir endlich auf der Spitze des Berges angekommen waren, gab es leider immer noch nur eine Wand aus Nebel zu betrachten und zu allem Übel, begann es auch noch ziemlich stark zu regnen. Wir beschlossen dennoch auf der anderen Seite wieder runterzufahren und uns noch eine Burg anzuschauen, die 60km weit weg war. Nach 2 Stunden waren wir dann endlich da und dann hieß es: 1480 Stufen zu erklimmen, um die Burg (eine der vielen Dracula-Burgen) auch nur ansatzweise sehen zu können! Endlich hrte der Regen auf und die Sonne wagte sich langsam hervor und plötzlich schien es als wäre sie nie weg gewesen. Endlich oben angekommen, hatten wir also einen fantastischen Ausblick, blieben dort eine Weile und traten den Rückweg an. Am Fuß des Berges tranken wir dann noch Eiskaffee und ich setzte mich wieder hinters Lenkrad. Als wir wieder in Richtung Transfagaras Road kamen, war das Wetter zwar nicht mehr ganz so super wie an der Burg, doch immer noch sehr schön. Zum ersten Mal sahen wir dann das, was wir nur erahnen konnten. Es war noch viel beeindruckender! Die Wiesen, die Berge, die Steine und vor allem die Farben! So hätte ich es mir nicht in meinen kühnsten Träumen erträumt. Das was wir da gesehen haben, war einfach nur atemberaubend! Wunderschön!
So habe ich mir immer Irland und Schottland vorgestellt, aber definitiv nicht Rumänien. Ich wurde eines besseren belehrt.
Nach diesem Tag waren wir so euphorisiert, dass wir genau wussten, dass das so schnell nicht übertreffen wird! Auch war uns bewusst, dass es unser vorletzter Tag zusammen war und dass es ein doch sehr schöner Abschluss war, der uns wieder fester zusammengeschweißt hat!

Den Tag daruf verbrachten wir dann in Sibiu, liefen rum, tranken Kaffee, hatten einfach Spaß und genossen die letzten Minuten zusammen. Um 15 Uhr ging dann Saschas und mein Zug zurück nach Bukarest und Saeedeh sich auf den Weg zurück nach Cluj. In Bukarest haben Sascha und ich gestern so ziemlich das gleiche gemacht: In der Stadt rumgelaufen, Spaß gehabt und Kaffee getrunken.

Jetzt sitze ich im Bus nach Sofia. Ja, ich habe mich dafür entschieden. Es fühlt sich ein bisschen komisch an jetzt wieder alleine unterwegs zu sein, aber ich weiß, dass es auch schöne Tage werden. Morgen treffe ich dann James wieder. Den Amerikaner, den ich an meinem ersten Tag in Bukarest kennengelernt habe. Das wird bestimmt ein schöner Tag!

Vielleicht noch kurz etwas zu eigenen Erkenntnissen, einfach weil es mir wichtig ist:
Ich hatte in letzter Zeit viele Zug- und Busstunden und hatte dementsprechend sehr viel Zeit, um meine Gedanken fliegen zu lassen und sie neu zu ordnen. Ich habe viel nachgedacht und so einige Erkenntnisse für mich gewinnen können. Ansichten die ich Jahre lang hatte, konnte ich endlich komplett über Bord werfen und Ereignisse akzeptieren, die mich mein ganzes Leben beeinflusst haben. Ich habe, einfach gesagt, mit ein paar Momenten in meinem Leben „abschließen“ können und das war ein merkwürdiges Gefühl, aber seit dem habe ich andere Dinge in meinem Kopf, denke anders, fühle anders. Es fühlt sich alles ganz neu an und das macht es spannend. Ich habe nicht nur zu mir finden können, sondern habe auch spirituell für mich einen neuen Weg einschlagen können und dafür bin ich sehr Dankbar.

Ich bin jetzt sehr gespannt auf Sofia, die Eindrücke die mich erwarten und genieße meine letzten Reisetage.

Wir sehen uns ganz bald meine Lieben <3
Ciao

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Rumänien

Was ich zugeben muss:

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich mal noch in ein Osteuropäisches Land verlieben werde, aber Rumänien hat mich eines Besseren belehrt und das Reisefieber hat mich wieder gepackt!
Wer mich kennt, weiß ganz genau, dass ich immer gesagt habe, dass die osteuropäischen Länder einfach nicht meins sind. Diese Ansicht hat sich nun seit dem ersten Tag in Bukarest komplett geändert! Bucresti zählt jetzt definitiv zu meinen Top drei! Verona, Wien und Bukarest stehen auf einer Stufe und danach kommt lange nichts mehr für mich. Viele Städte finde ich schön und interessant, aber die anderen drei sind einfach atemberaubend!
Nun aber Schluss des rumgeplänkels!

Nach dem ich am Donnerstag bis 1 Uhr gearbeitet habe und dann meine Sachen bis 3:30 Uhr gepackt habe, bin ich um 4:30 Uhr aufgestanden und bin zum Bahnhof gewatschelt. Ich weiß immer noch nicht, ob ich wirklich meinen Kühlschrank geleert habe oder ob ich wiederkomme und etwas ziemlich verschimmeltes vorfinden werde – mal schauen!
Der Zug nach Berlin war ziemlich leer. Wer nimmt auch schon ein Zug um 5 Uhr?! Es war verwunderlich, aber ich konnte tatsächlich schlafen, das passiert sonst eigentlich nicht, aber dank dieser paar Stunden Schlaf, kam ich dann doch recht entspannt um 9 Uhr in Berlin an, nahm den Bus zum Flughafen und wartete bis mein Flug um 13 Uhr endlich in Richtung München startete. In Berlin ist mir dann noch Miroslav Nemec über den Weg gelaufen, was ziemlich cool war. In München hatte mein Flug dann leider zwei Stunden Verspätung, aber Indien hat mir ja beigebracht sowas komplett zu ignorieren und die extra Zeit zu nutzen. Ich hab also ein bisschen AIESEC Zeug gemacht und ziemlich viel telefoniert. Um 21 Uhr bin ich dann endlich in Bukarest angekommen, habe eine ganze Weile im Flughafen auf meinen Rucksack warten müssen und hab mich dann zu den Bussen durchgeschlagen! Nach einer Stunde und 20 Minuten bin ich dann am Unirii Square gelandet und stand dann da. Im dunklen Bukarest und hatte nur eine Screenshot von Google Maps und mein Handy noch 7% Akku. Aber hey, nach 45 Minuten hatte ich es dann auch zum Hostel geschafft. Ich glaube, so sehr habe ich noch nicht mal in Indien geschwitzt. Ich war komplett nass und dementsprechend war ich auch erst mal duschen. Andrea (sie hat im Hostel gearbeitet) hatte mir am Anfang gesagt, dass sie und ein paar weiter Menschen in einer Stunde in eine Bar gehen und da Sascha (meine Freundin aus der Ukraine) erst Samstag Nacht kommen sollte, wollte ich auf jeden Fall mit, um ein paar Leute kennen zu lernen.
Geduscht und in frischen Sachen bin ich dann raus und hab mich zu fünf Franzosen und einem Amerikaner gesellt. „Liebe auf den ersten Blick“ würde ich fast dazu sagen! Wir haben uns alle auf Anhieb sehr gut verstanden und haben die nächsten Tag sehr viel mit einander gemacht. Angefangen mit Feiern und Trinken am Freitag Abend/Nacht. Wir sind erst um 7 Uhr Samstag Morgen zurück ins Hostel gekommen! Ich kann also vollen Herzens von einem „perfekten Start in den Urlaub“ sprechen!

Wie ich gerade schon angesprochen hatte, gefällt mir Bukarest wahnsinnig dolle! Es ist alles sehr alt und auf eine gewissen Art und Weise heruntergekommen, aber trotzdem wunderschön! Wir haben uns sehr viel angeschaut, sind pro Tag bestimmt 10-15km gelaufen und es ist einfach eine sehr faszinierende Stadt. Am Montag sind wir dann nach Sinaia und wollten uns Draculas Schloss anschauen, allerdings hat es sooo geregnet, dass die Straßen überflutet wurden und wir bis auf die Haut durchnässt waren. Ich fand es ganz lustig, aber leider war Sascha sehr schlecht gelaunt, weil der Kurztrip nach Sinaia dadurch sehr sinnlos war, ich fand es aber tatsächlich sehr schön. Es war etwas außergewöhnliches. Jetzt sind wir in Brasov und morgen geht es nach Cluj, wo wir dann endlich aus Saedeeh treffen!
Aber eigentlich will ich gar nicht so viel über die Städte berichten, sonder mehr über die Menschen dich auf meiner Reise durch Rumänien kennen lerne.

Die Franzosen (Thomas, Anton, Alexandre, Andrej und Emmanuel) und mein Amerikaner (James). Dieses Jungs haben mir definitiv die ersten Tage sehr versüßt und meine Franzosen sind jetzt auf dem Weg in die Ukraine über Moldavien und James ist jetzt in einem kleinen Dorf in Rumänien und arbeitet dort für eine Weile auf einer Farm. Dann war da noch Karl, er ist aus Australien und ist mit uns nach Sinaia gekommen und Karl ist sehr besonders! Er ist in seinen Mitvierzigern und unterrichtet Englisch in der Tschechei. Sasch und ich sagen immer „he is funny and creepy at the same time“! Er lebt komplett in seiner eigenen Welt und es war auf jeden Falls sehr interessant ihn kennen zu lernen. Als ich dann nach Brasov gekommen bin habe ich Lasse kennen gelernt. Er ist der erste Deutsche den ich hier getroffen habe und echt cool. Ricardo ist auch aus Australien und ein seehr faszinierende Mensch, der schon fast überall gelebt hat! Er hat auch für 1,5 Jahre in Indien gelebt und ist eine sehr lustige Person. Aber ich glaube meine Lieblingsmenschen, dich ich hier kennen gelernt habe, sind eine Finnin und ein Schwede. Ann und Niklas sind ein Herz und eine Seel und ich glaub sie sind verheiratet, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Die beiden machen gerade ein Weltreise und wir verstehen uns unglaublich gut. Sascha, ich und die Beiden, waren die letzten zwei Tage ununterbrochen unterwegs und es war ganz simpel ausgedrückt eine Bereicherung!

Jetzt werde ich aber erst mal schlafen gehen, denn morgen geht es weiter nach Cluj und das bedeutet: früh aufstehen und sieben Stunden Zug fahren!
Ich freue mich schon sehr auf Saedeeh!
Ich melde mich bald wieder!

Ciao ihr Lieben!

P.S.: Ich denke gerade darüber nach, die letzten vier Tage noch nach Bulgarien zu gehen. Ich werde mal schauen, ob das noch im Budget drin ist.

EINE NACHT, 12 WÜNSCHE

In der Nacht von Sonntag auf Montag haben wir uns, mit dem Bus, auf in Richtung Jaisalmer gemacht. 15 Leute und zwei, recht junge, Busfahrer. 11 Stunden dauerte die Fahrt mit einem Stopp an einer Raststätte mit den besten Toiletten die ich jemals in Indien gesehen habe. Da geht man doch dann gerne mal!

Als wir dann endlich angekommen waren, rief ich Aniket an. Mit ihm hatte ich den gesamten letzten Tag telefoniert und für unsere Safari alles abgeklärt und natürlich auch über den Preis verhandelt. Nur so nebenbei, ich konnte den Preis um Rs. 600 pro Person runterhandeln! Am Telefon erklärte Aniket dann unseren Busfahrern, wo sie hinfahren müssen. An dem Ort angekommen, rief ich ihn erneut an, um ihm mitzuteilen, dass wir jetzt da seien. Eine Minute später strahlte mich ein super freundlicher, sehr junger, Inder an. Aniket war sehr anders als ich ihn mir vorgestellt hatte! Sehr gepflegt, nur 3 Jahre älter als ich, perfektes Englisch, sehr zuvorkommend und einfach knuffig mit den liebsten Augen die ich jemals gesehen habe. Wir begrüßten uns und liefen in die Richtung des Büros. Auf dem Weg dorthin erzählte er mir einiges über Jaisalmer und den Ort, an dem wir uns gerade befanden. Das Büro war genau im Zentrum der Altstadt lokalisiert, direkt neben dem ältesten, noch bewohnten Fort Indiens. In ihm wohnen über 500 Menschen. Es war ein bombastischer Anblick! Leider hatten wir keine Zeit das Fort zu besichtigen.
Da wir vor 15 Uhr angekommen waren, hatten wir noch 1,5 Stunden Zeit, um Mittag zu essen, die letzten Besorgungen zu machen und für mich hieß es zudem noch „Geld eintreiben“. Aber als aller erstes brauchte ich einen ATM, denn ich hatte nur noch Rs. 100 im Portmonee. Also stapfte ich mit Aniket, Sascha, Marwan, Julia und Sherif los. Julia, Sherif und Aniket verließen uns nach ein paar Minuten in Richtung Moneychanger. Mit der Wegbeschreibung die mir Aniket gab, war der ATM auch schnell gefunden, das Geld abgehoben und wir drei wieder zurück im Büro. Ich bin dann noch schnell los, um mir eine Sonnenbrille und ein dünnes Tuch zu kaufen. Gleich in den ersten beiden Shops wurde ich fündig, was mir einige Nerven gespart hat! Insgesamt konnte ich den Preis für beides von 10€ auf 4€ runterhandeln. Zu meiner Freude fand ich auch noch gekühltes Tonic Water im Laden nebenan. Mit meinen Errungenschaften kehrte ich dann zurück zum Sahara Travels Büro, setzte mich zu Aniket an den Schreibtisch, ließ mir nochmal alles aufschlüsseln und begann danach die Rs. 19.500 einzusammeln. Als ich das ganze Geld zusammen hatte, überreichte ich es und schwupps, saßen wir auch schon in unseren Jeeps auf dem Weg in die Wüste.
Die Jeeptour dauerte ca. 1,5 Stunden und führte uns in ein Geisterdorf Namens Kuldhara. Dieses Dorf ist seit 1800 nicht mehr bewohnt. Es ist eine Geschichte der Paliwal Brahmanen, die unter einen schlechten Herrscher lebten, der auf alles viel zu hohe Steuern verlangte. Dieser Herrscher verliebte sich eines Tages in die Tochter des Dorfältesten. Die Dorfbewohner hatten nur einen Tag den Heiratsantrag zu akzeptieren. Da allerdings das gesamte Dorf gegen die Verbindung war, beschlossen sie in der Nacht zu fliehen und nie wieder zu kommen. Seit dem ist das Dorf leer.
Nachdem wir uns dort ein wenig umgesehen hatten, verließen wir den Ort und düsten weiter zu einer Oase. Diese hatte eine unglaublich beruhigende Wirkung auf mich. An diesem Ort schien alles in Einklang mit sich zu sein. Es war sehr faszinierend. Sherif entschied sich spontan schwimmen zu gehen und sprang in das klare Wasser. Wenn ich ein Junge gewesen wäre, hätte ich es ihm gleich getan. Es war einfach ein perfekter Moment. Nachdem ich mich für ein paar Minuten von der Gruppe abgeseilt hatte und eine spontane, sehr kurze Meditation eingelegt hatte, um den Ort in vollen Zügen in mich aufzusaugen, ging es weiter, tiefer in die Wüste und zu unseren Kamelen, die schon auf uns warteten.
Ich begrüßte meine etwas ältere Kameldame Lalu und stieg auf ihren Rücken. Sie sollte für die nächsten zwei Stunden meine Begleiterin sein.
Dazu sei gesagt, nach zwei Stunden auf einem Kamel tut der Allerwerteste ganz schön weh!!! Zwischendurch musste ich einmal absteigen, weil sich mein Sattel langsam löste. Fünf Minuten später ging es dann auch für mich und Lalu weiter. An unserem Campingplatz angekommen, bauten unsere Begleitpersonen die Betten auf und fingen an unsere traditionelles rajasthani Essen zuzubereiten. Es gab Sabji (Gemüsemix), Chapati (Brot), Dal (Linsen) und Reis, außerdem konnten die, die es wollten auch noch scharfes Curry haben. Ich habe es natürlich genommen. Für mich war es nicht all zu scharf, aber so richtig geschmeckt hat es mir trotzdem nicht, weil gefühlt alle anderen Gewürze daran gefehlt haben. Im Gegenteil dazu, war das Sabji so ziemlich das beste was ich jemals gegessen habe! Es war so, so, so lecker, dass ich so viel gegessen habe, dass mir nach dem Essen schlecht war, weil ich nicht aufhören konnte!
Nach dem Abendessen haben wir uns auf unsere Betten gelegt und für Stunden in den Himmel geschaut. Gefühlt war das die Nacht meines Lebens! So einen Sternenhimmel habe ich noch nie! gesehen! Tausend Sterne, Planeten, Sternbilder und vor allem einen Anblick der Milchstraße, der einfach nur Atemberaubend war! 12 Sternschnuppen habe ich gezählt und fleißig gewünscht. Ein Abend, eine Nacht, die ich niemals vergessen werde. So wunderschön und unvergesslich, dass ich sofort wieder dieses Glücksgefühl in meinem Bauch verspüre, wenn ich nur daran denke.
Die Nacht verlief ziemlich kalt und ohne größere Probleme ab. Um ca. 1 Uhr trug sich ein kleiner, größerer Hundefight direkt vor unseren Betten ab, den ich eigentlich gar nicht mitbekommen habe, allerdings durch die Angstschreie unserer Ägypterinnen wach gemacht wurden bin und dann auch ein bisschen Panik geschoben habe. Ich habe mich dann allerdings wieder hingelegt, meinen Schal über mein ziemlich besandetes Gesicht gelegt und bin erst wieder kurz vor Sonnenaufgang aufgewacht. Dieser war nur semispektakulär. Die Sonne war zwar zu sehen, aber so richtig viel Farbe gab es nicht. Ein bisschen enttäuscht krakselte (schreibt man das so???) ich dann die Sanddünen wieder runter, zurück zu unserem Schlafplatz, wo das Frühstück auch schon fertig war. Porridge, Bananen, Chai mit Keksen und Toast mit Marmelade. Da ich indische Marmelade einfach nicht mag, da sie mich an meine Barbiezahnpasta aus meiner Kindheit erinnert, habe ich nur Porridge, welcher echt lecker war, und Bananentoast gegessen. Alles in allem ein sehr leckeres Frühstück!
Da mir und ein paar anderen der Allerwerteste noch ziemlich von den zwei Stunden Kamelreiten weh tat, haben wir beschlossen nicht noch einmal für eine. Stunde auf die Kamele zu steigen. So fuhren wir dann mit dem Jeep in Richtung Treffpunkt und warteten dort auf die anderen. In der Zeit passierte ein weiteres Highlight für mich. Eigentlich habe ich nur aus Spaß gefragt, ob ich den Jeep mal fahren könne und nicht wirklich damit gerechnet, dass ich wirklich darf! Aber aus irgendeinem Grund hat Papu (unser Jeepfahrer) „Ja“ gesagt?! Er stand dann in der Tür und ich bin ein ganz kleines Stück durch die Wüste gebrettert! Nach nur 3 Minuten ging es dann schon zurück. Da aber kurz bevor die anderen wieder da waren einige Mädels Mal mussten, drückte mir Papu die Schlüssel erneut in die Hand, wies mit dem Finger auf einige Büsche am Horizont und meinte, ich solle sie dahin fahren. Ich griff den Schlüssel freudestrahlend und sprang in den Jeep. Einige kletterten auf das Dacht des Jeeps und dann ging es los! „Über Stock und über Steine, aber brich dir nicht die Beine!“ Es war sooo cool! Ein bisschen ungewohnt war es schon mit Links zu schalten, vor allem weil es immer gleich ablief: meine rechte Hand griff nach rechts ins Leere, ich stieß ein leises „damn it“ aus und legte dann mit links die Gänge ein, bevor es weitergehen konnte. Das war eine ziemlich abgefahrene Erfahrung, viel mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht sagen.
Nach meiner kleinen Jeeptour ging es dann mit den anderen und einem weiteren Jeep zurück nach Jaisalmer, wo wir ziemlich direkt in unseren Bus nach Jodhpur gestiegen sind.

Sechs Stunden später, kamen wir in Jodhpur an und dafür, dass mir sehr viele Inder erzählt haben, dass Jodhpur schöner sei als Udaipur, war ich vom ersten Eindruck ziemlich enttäuscht. Klar ist Jodhpur eine sehr schöne Stadt, aber Udaipur war einfach Atemberaubend! Wir stoppten mit dem Bus am Zentralgefängnis und fuhren mit Tuk Tuks weiter zu unserem Hostel – Busse und alles was größer als ein kleines Auto ist, darf und kann die Innenstadt/Altstadt nicht durchqueren, weil die Straßen zu eng sind. Nach ca. 15 Minuten kamen wir dort auch an. Es war ein wirklich schönes Hostel, mit richtigem Bad, warmen Wasser, weichen!!! Betten und sehr freundlichem Personal, Klimaanlage und einem Föhn im Zimmer (was für mich bekanntlich sehr gut ist). Nachdem wir dann aber 2 Stunden auf unsere Essen warten mussten, war unsere Laune ein bisschen runter. Ich bin dann mit Sascha, Marwan und Amira im Dunkeln noch losgezogen, um Gullab Jammun (die beste indische Süßigkeit die es gibt!!!) zu finden. Gesagt getan. Es hat gut 30-40 Minuten gedauert ehe wir einen guten Sweetshop gefunden hatten. Aber es hat sich wie immer gelohnt, für Gullab Jammun tuen wir doch alles! Kaputt, aber glücklich liefen wir dann wieder zurück zum Hostel, was nur Dank Googlemaps gelang, da wir uns total verlaufen hatten. Zurück im Hotel vielen Sascha und ich sofort ins Bett und schliefen tief und fest den wahrscheinlich besten Schlafen den wir je in Indien hatten.
Am Tag darauf ging es dann nach dem Frühstück in Richtung Mehrangarh Fort. Das Fort erhebt sich hunderte Metere über der Skyline von Jodhpur. Gebaut aus rotem Sandstein ist es das größte Fort in gesamt Asien. Viel wurde schon über die Zitadelle der Sonne geschrieben und ich kann mich allem nur anschließen, das Mehrangarh Fort ist ein spezielles und Atemberaubendes Kunstwerk an sich! So gigantisch wie es ist, zählt es auch zu den am besten erhaltenden Forts Indien. Ich lass hier einfach wieder die Bilder sprechen:

Am Abend haben wir uns dann noch den Citypalace angeschaut. Der war auch mega schön, aber ich hatte erwartet, dass wir mehr sehen würden. Aber leider konnten wir nur in einen sehr kleinen Bereich und zur Autosammlung. Als ich den Citiypalace zum ersten mal gesehen hab, war ich schon ganz schön baff. Von außen war der so wunderschön! Von innen kann ich es leider nicht ganz beurteilen, aber was ich gesehen habe, auf jeden Fall!

 

Ich melde mich auf jeden Fall ganz schnell wieder, da ich jetzt nicht mehr so viel auf Achse bin! Das Praktikum ist ja fast zu ende und von meiner letzten Reise bin ich Donnerstag Nacht wiedergekommen. Ich versuche mich zu beeilen 🙂

 

Die einzige Regel: Es gibt keine Regeln!

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder.

Ich bin zwar gerade dabei die ganzen versäumten Tag/Wochen aufzuholen von denen ich nicht berichtet habe, aber das dauert sooo lange, dass ich jetzt einfach mal bei gestern anfange. Sonst hört es niemals auf!

Am Donnerstag waren Marwan (Oman), Sherif (Ägypten), Justin (China) und ich auf der AIESEC Pool Party. Es hat so viel Spaß gemacht! Die Party war auf dem Dach eines Hotels. Wir saßen anfangs also im Pool und haben den Sonnenuntergang betrachten können. Das war ziemlich abgefahren. Im Wasser, mit Blick über die gesamte Stadt, dann noch ein sehr schöner Sonnenuntergang und das alles mit mega tollen Leuten,  was will man mehr!? Der Abend bestand dann größtenteils daraus im Wasser zu tanzen und aus Wettschwimmen. An dieser Stelle sei erwähnt, auch wenn Inder sagen sie können schwimmen, sie können es nicht! Es war so lustig das mit anzusehen! Ja, sie schwimmen, aber das Wasser spritzt dabei so doll in alle Richtungen, dass man einen Sicherheitsabstand von mindestens 3 Metern einhalten sollte! Nach circa der Hälfte der Zeit auf der Party, musste das arme kleine Kiralein erstmal verarztet werden, weil mir tatsächlich jemand auf die Schulter gesprungen ist. Anfangs konnte ich sie gar nicht bewegen, weil es so geschmerzt hat, aber es wurde dann immer besser. Ich hab dann vom Hotelarzt Icespray auf die Schulter bekommen und nach einer kurzen Pause gings zurück ins Wasser. Ihr kennt mich ja, ich bin hart im Nehmen! Nach der Party sind wir Leute vom Shashahaus noch zur Burgerfarm gegangen und haben zu Abend gegessen – nur nochmal kurz zur Erinnerung, in Indien fangen die Parties zwischen 18-20 Uhr an und enden spätestens um 23 Uhr, die Pool Party war um 22 Uhr zu Ende – haben uns danach ein Eis von der Straße geholt und sind wieder zurück nach Mansarovar (unserem Viertel) gefahren. Alles in allem ein sehr schöner Abend! Meiner Schulter geht es übrigens fast wieder gut, es tut nur manchmal noch kurz weh, wnn ich mich komisch bewege oder so. Also keine Sorgen liebe Eltern :*

Am Freitag hat AIESEC eine Holiparty für uns organisiert. Da, wie einige von euch ja wissen, ich das deutsche Holi boykottiere, habe ich mich riesig auf Freitag gefreut! Sascha (Ukraine), Saedeeh (Iran), Marwan (Oman), Caroline (China), Giacomo (Italien) und ich sind zu 18 Uhr zum Scarletthaus gedüst. Das war eine ganz lustige Situation, weil niemand von uns jemals dort war und alles was wir über den Standort des Hauses wussten war, dass es irgendwo in der Nähe des Buffet House बुके हुस sein sollte. Wir sind natürlich total rumgeirrt und haben es nicht gefunden. Wir sind dann aus dem Cab raus, weil wir dachten, wenn wir jetzt noch ewiglange durch die Gegend irren machen wir uns noch selber arm. Dann sind wir noch eben in einen Supermarkt spaziert, der viel besser war als unsere!, und haben eine Kleinigkeit zu Essen gekauft, weil wir nicht wussten, ob es im Scarletthaus etwas gibt. Gott sei Dank haben wir das gemacht, denn es gab natürlich nichts. Nach etlichem hin und her telefonieren, habe wir es dann geschafft, dass uns jemand abgeholte. Als wir dann endlich 18:30 Uhr angekommen sind, war doch tatsächlich noch niemand da, obwohl wir schon 2,5 h später angekommen sind! mittlerweile haben sich echt alle Praktikanten an die indische Zeit angepasst. Wir haben dann noch bis ca. 19 Uhr gewartet und dann gings los.

Die einzige Regel: Es gibt keine Regeln! Und die Farben flogen! Es hat so viel Spaß gemacht und da ich die drei Jungs von AIESEC Jaipur öfter mal beworfen habe, wurde ich auch ziemlich massakriert. Als die drei dann nen großen Eimer mit Wasser und Spritzpistolen rausholen, wusste ich „Jetzt bin ich vollends fällig!“ und genau so war es dann auch. Das Wasser prasselte nur so auf mich ein! Viel wehren konnte ich mich da nicht.

Tja, die Quintessenzen aus dem ganzen ist, dass meine Haare jetzt an einigen Stellen ein Blau-, Rot- und Grünstich haben! Und das alles nur, weil die Farben noch mehr Farbe an den Körper abgeben wenn sie nass sind. Ich habe ganze 1,5 Stunden geduscht und bin immer noch bunt! Nach dem Duschen ging es auch meinem Henna nicht besser. Pool Party und ewiglanges duschen mit viel Haut schrubben, ist nicht das beste für ein Hennatattoo. Es hat eigentlich nur einen Tag gehalten. Naja, ich sehe das positive darin. Ich kann mir ganz bald schon wieder ein neues machen! Wuhu!

Da sah ich noch normal aus :D

Da sah ich noch normal aus :D

Sascha und ich im Holifieber

Sascha und ich im Holifieber

Gestern war Independence Day! Und ich muss sagen, dass ich erstaunt bin, wie wenig man davon mitbekommt! Damals hatte ich ja einen ganzen Tag Schulfest deswegen mit Tanz und Gesang, etc. und jetzt ist das einzige was man mitbekommt, dass die Inder an dem Tag noch stolzer sind auf ihr Land und dass die Malls und einige Monumente in der Stadt, mit Lichterketten in den Farben der indischen Flagge, verziert sind.

Ach ja! Eine Sache habe ich gestern gelernt! Gehe niemals am Independence Day einkaufen! NIEMALS!!! Sascha, Saedeeh, Caroline und ich sind zum Big Bazar gefahren, weil wir einkaufen wollten, weil wir eigentlich heute mit Sherif, Marwan und Talal (Kuweit), um 8:30 Uhr mit dem Zug nach Delhi und von Delhi mit dem Bus nach Manali in den Himalaya fahren wollten. Leider waren sämtliche Züge und Busse nach Delhi ausgebucht! Könnt ihr euch das vorstellen!?! Alles nur wegen des Independence Days. Naja also haben wir gestern bis spät in die Nacht unsere sämtlichen Pläne über den Haufen geworfen und haben unseren Trip nach Jaisalmer und Jodhpur vorgezogen. Dieser war eigentlich für nächste Woche Montag geplant. Aber hey! Organisationstalent Kira hat alles hingekriegt! Heute Abend geht es dann mit dem Bus nach Jaisalmer. Bis dahin sind wir 10-12 Stunden unterwegs, das heißt, wir kommen irgendwann Montagvormittag in Jaisalmer an. Dort bleiben wir einen Tag und am Dienstag geht es ganz Früh nach Jodhpur, was nur 4 Stunden von Jaisalmer entfernt ist. Von jodhpur geht es dann Mittwoch Abend wieder zurück nach Jaipur (ca. 6 Stunden mit dem Bus) und dann sind wir hoffentlich alle wieder gesund in Jaipur.

Am Freitag werde ich dann nach Kota fahren. Keerti, meine ehemalige Caretakerin aus dem Studenhouse, hat mich eingeladen Raksha Bandha – kurz Rakhi – mit ihrer Familie zu feiern. Für die, die sich nicht mehr erinnern können, Rakhi ist das Bruder- und Schwesterfestival. Bei diesem binden die Schwestern den Brüder Rakhi um den Arm (kleine Bändchen) und die Brüder versprechen ihren Schwestern darauf für immer auf sie aufzupassen und sie zu beschützen. Ich freue mich einfach riesig darauf Keerti wieder zu sehen! Als ich meinen Leuten davon berichtete, waren die sofort Feuer und Flamme mit mir mit zu kommen, das heißt, ich muss nicht alleine Reisen, sondern habe tolle Leute die mit mir mitkommen, auch wenn die dann etwas anderes machen werden als ich. Für Sonntag ist dann die Rückreise aus Kota angesagt, das sind nur ca. 2 Stunden mit dem Zug, also absolut kein Ding.

Dienstag früh fährt unsere kleine Gruppe dann für fünf Tage nach Manali. Ich freue mich schon mega darauf! Die Reise dahin dauert ca. 1,5 Tag, wir bleiben also eigentlich nur drei Tage und zwei Nächte dort, aber das wird es Wert sein. Es wird auch die teuerste Reise sein. Ich habe glaube ich noch nie so viel Geld in so kurzer Zeit ausgegeben. Aber, das ist okay. Ich habe in meinem Austauschjahr nicht alle Reisen mitgemacht die ich gerne mitgemacht hätte, weil es mir einfach zu teuer war und als ich jetzt wieder nach Indien geflogen bin, habe ich mir vorgenommen alles zu machen, was ich machen will. Ich will nämlich nicht wieder bereuen etwas nicht gemacht zu haben. Also haue ich gerade sämtlichen Ersparnisse auf den Kopf. Es ist auch nicht mehr viel übrig, das heißt, Manali wird für mich wohl der letzte Trip ehe mich die liebe Mama abholen kommt.

Aber hey, ich habe schon so viel gesehen seit ich hier bin! Und wie gesagt, ich bin gerade dabei alles aufzuschreiben, es kommt dann nur nicht in der Richtigen Reihenfolge. Für alle die, die jetzt ein bisschen neugierig sind und es noch nicht wusste, wo ich überall war, eine ganz kurze Zusammenfassung:

Amritsar

Jaipur
Varanasi


Udaipur


Chittorgarh

Ich genieße gerade einfach jeden Augenblick. Mein Kopf realisiert gar nicht, dass es nur noch 4 Wochen sind, bis ich wieder nach Deutschland zurück muss. Es fühlt sich an, als würde ich für immer hier bleiben. Das ist gut und schlecht. Gut, weil ich dadurch jede Sekunde hier genießen kann, ohne ständig denken zu müssen „Ich will nicht zurück“. Schlecht, weil ich glaube, dass es deswegen umso schwieriger sein wird Indien dann wirklich zu verlassen. Ich kann nicht genau sagen warum, aber Jaipur fühlt sich so viel mehr nach zu Hause an, als sämtliche Orte in Deutschland. Es ist merkwürdig, aber das ist einfach mein Gefühl zu der ganzen Sache und ich weiß jetzt schon, dass ich wieder sehr lange brauchen werde, um mit meinem Kopf und meinem Verstand wieder in Deutschland anzukommen. Mein Herz werde ich wohl erneut hier in Jaipur zurücklassen müssen, aber ich weiß, dass es auch ohne mich hier zurechtkommen wird. Das konnte es ja die letzten Jahre auch.

Mama, ich bin wirklich froh, dass du endlich nach Indien kommst. Es gibt nur zwei Möglichkeiten die passieren können. Entweder wirst du Indien verteufeln oder du wirst es lieben. Etwas dazwischen gibt es nicht und da ich dir doch sehr ähnlich bin, hoffe ich das es dir hier so gut gefällt wie mir auch. Ich bin fleißig am Planen für unsere zwei Wochen, um dich von meinem Land überzeugen zu können. Ach so, das wollte ich dir noch sagen. Du musst doch einen großen Koffer mitnehmen. Ich habe bis du kommst zu viel Zeug gekauft, um es in meinem Rucksack transportieren zu können und ich garantiere dir, dass du auch noch einiges kaufen wirst! Und, noch eine Nachricht an dich, du musst entscheiden was dir wichtiger ist. Du kommst am 4.09 an und ich/wir sind am gleichen Tag zu einer Hochzeit in Jaipur eingeladen. Willst du lieber Delhi sehen oder eine indische Hochzeit? 😀 Wer die Wahl hat, hat die Qual :*

So jetzt verabschiede ich mich erst mal wieder. Ich muss jetzt mal ausrechnen, wie teuer der morgige Trip wird. Ich verspreche, dass ich mich jetzt wieder regelmäßiger melde!

Ciao 🙂

 

Tempelkunst in Indien – eine Faszination

Nachdem ich mich am Sonntag einfach mal nur ausgeruht habe, und nicht viel gemacht habe was erwähnenswert wäre, hat mich vorgestern dann umso mehr der Tatendrang gepackt.

Mein Tag fing wie immer um 8 Uhr mit dem lauten, hohen, fiependen Klingeln des Zimmertelefons und den Wort „Mam breakfast is ready“ an. Was eine wunderschöne Art und Weise aufzuwachen. Naja gut, ich bin dann also frühstücken gegangen und bin dann noch ein paar Stunden im Hotel geblieben und habe ein paar merkwürdige indische Sendungen geschaut. Um 14 Uhr bin ich dann los gedüst in Richtung Mata Tempel. Obwohl Amritsar eine Stadt ist, die sehr durch den Sikhismus geprägt ist, ist der Mata Tempel hinduistischen Ursprungs und nicht so oft von Touristen besucht, was ein große Schande ist. Denn dieser Tempel ist einer der wichtigsten hinduistischen Tempel in Indien.
Der Mata Lal Devi Tempel ist einer der heiligsten Frauen des 20. Jahrhunderts gewidmet, Lal Devi, und gleicht einem Labyrinth, außerdem heißt es, dass dieser Tempel magische Kräfte hat. Eine ist zum Beispiel, dass Frauen die eine Familie gründen wollen, wenn sie dort beten gehen, kurze Zeit später mit einem Kind gesegnet werden.

Als ich meine Schuhe auszog und sie vor dem Tempel abstellte, war ich ganz schön überfordert. Es gab zu viele Möglichkeiten, zu viele Menschen dich mich anstarrten und jeden meiner Schritte verfolgten und zu viel was ich falsch machen konnte. Da stand ich also und hab mir erstmal die Eingangshalle angeguckt, die schon sehr viel zu erzählen hatte. Als ich langsam anfing mich in eine Richtung zu bewegen, wurde ich von einem Secruitymann gestoppt. Leider konnte ich ihn nicht verstehen, da er Panjabi mit mir gesprochen hat. Ich hab ihn nur verwirrt angeguckt und gehofft, dass er merken würde dass ich ihn nicht verstehe. Nach gefühlten fünf Minuten war es dann auch soweit und er gab mir zu verstehen, dass ich eine kleine Seitentreppe raufgehen solle, wenn ich mir den Tempel vollständig anschauen wollte. Gott sei Dank hat er das gemacht, denn so eine kleine, dunkele Treppe wäre ich wohl niemals hochgegangen! Danach begann das Labyrinth! Es begann mit einem sehr kleinen Loch, durch welches man in eine Art Grotte klettern sollte. Es war so schmal und eng, dass man da nur halbliegend und kriechend durchkam. Fertig durchgequetscht landete ich mit den Füßen in knöcheltiefen Wasser in einer Art künstlichen Grotte durch die ich durchwaten musste. Am anderen Ende angekommen stand ich in einer Masse Inder die für irgendetwas anstanden. Als ich dann endlich weiter vorgerückt war, konnte ich erkennen, dass es ein Altar war. Die ganze Zeit gebückt weiterrückend, erreichte ich nach ca. 10 Minuten den Altar, bekam ein Bindi und Zuckerstückchen in die Hand. Dann ging ich weiter. Nach dem Altar lief ich eine Weile durch normale Räume, aß den Zucker den ich bekommen hatte und erhielt einen Überblick über die Eingangshalle. Erst zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen Fotos zu machen, da ich Inder sah die welche machten, und ich mir vorher unsicher war, ob es erlaubt ist. Wieder ging ich eine Treppe hoch und kam in Räume die komplett mit Spiegelmosaiken überzogen waren. Es waren viele kleine Räume durch die ich ging. Jeder Raum barg eine oder mehrere Götterstatuen. Diese Statuen kamen aus ganz Indien. Unter jeder Gottheit war aufgeführt, was für eine Art die Statue war und aus welcher Stadt sie kam. Ich werde an dieser Stelle einfach die Bilder sprechen lassen, denn die sagen sowieso viel mehr als ich das jetzt beschreiben kann.

Gestern war ich dann am und im Goldenen Tempel. Der erste Eindruck hat mich leider sehr an Agra und an das Taj Mahal erinnert. Kurz vorher wird die Gegend total dreckig, hässlich, arm und sehr heruntergekommen. Man fährt durch ein großes Tor und PUFF alles ist auf einmal wunderschön. Naja. Da kann man nichts machen. Mein Fahrer hat mich dann irgendwo rausgelassen und prompt als ich mein Fuß aus dem Tuk Tuk hatte war eine Traube von indischen Riksha und anderen Fahrern um mich drum rum. So sehr wurde ich noch NIE belagert. Eigentlich wollte ich laufen und mir noch ein paar Geschäfte anschauen, aber der eine alte Mann bestand darauf mich auf seiner Riksha mitzunehmen, kostenlos! Ich habe ihm dann trotzdem was in die Hand gedrückt, aber Riksha fahren ist einfach nicht meins…ich fühle mich da einfach total unwohl. Als ich dann endlich an dem Gelände war, bin ich erstmal eine Weile rumgeirrt, was letztendlich nicht schlecht war, denn so habe ich noch zwei andere Plätze gefunden, die ich nie gesehen hätte, wenn ich zuerst den Goldenen Tempel gefunden hätte. Leider weiß ich nicht genau, was es war, ich vermute, dass das eine, eine Art Gebetsturm und das andere ein anderer heiliger See war. Mehr kann ich leider dazu auch nicht sagen.
Als ich dann den richtigen Eingang gefunden habe, habe ich meine Schuhe abgegeben, mein Kopftuch wieder aufgesetzt (denn sowohl Männer, Frauen, als auch Kinder müssen ihren Kopf bedecken, also einfach alle) und bin durch das Wasserbecken gelaufen, um meine Füße zu säubern. Als ich den Goldenen Tempel dann gesehen habe, war ich nicht so erstaun wie ich es erwartet hatte. Ich habe mir den Tempel viel größer vorgestellt. Trotzdem war es beeindruckend! Ich bin dann eine Runde gelaufen und noch in das National Sikh Museum gegangen, welches mit auf dem Gelände ist. Dieses Museum war soooo vollgestopft mit Gemälden, dass es nicht so spannend war. Vor allem fand ich es ganz lustig, dass es keine alten Bilder waren, sondern neue Bilder die für die Situationen gemalt wurden, um die Geschichte zu vermitteln. Einige waren von 2014. Ich finde das ist eine ganz lustige Möglichkeit, Geschichte zu verpacken, also einfach weil ich sowas noch nie gesehen habe. Das Museum war auch nicht all zu groß, sodass ich in ca. 30 Minuten wieder raus war und weiter über das Gelände gelaufen bin. Dann habe ich mich sehr lange in der Schlange angestellt, um in den Goldenen Tempel zu kommen, dort durfte man leider keine Fotos mehr machen. Innen waren durchgängig Zeremonien und live gespielte Gebetsmusik. Als ich durch war im Tempel, dachte ich, ich stelle mich in der Schlange zum Rausgehen an, aber ich habe mich in der Schlange angestellt, in welcher man das heilige Wasser aus dem See trinkt! Als ich das realisiert habe, war es schon zu spät wieder umzudrehen und ich dachte nur „NEEEEIIIIIIN! Ich will das Wasser nicht trinken!“. Dann war ich an der Reihe, habe meine Hände mit heiligem Wasser gefüllt, mich umgedreht und beim Weitergehen so getan als hätte ich es getrunken. Ich hoffe, dass das keiner mitbekommen hat! Danach bin ich dann wirklich rausgegangen und bin meine Runde weiter gelaufen und dann wieder zum Hotel gedüst. Auf dem Rückweg habe ich mir noch drei Mangos gekauft, die ich auch sofort zum Abendessen verputzt habe. Soooo lecker *-* indische Mangos sind einfach die besten auf der gaaaanzen Welt <3

Soo, das war es jetzt erstmal wieder. Schaut euch die Bilder an und macht euch ein kleines, eigenes Bild!

Bis dann!

Bis zum nächsten mal :)

Bis zum nächsten mal :)

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नमस्ते भारत

Namastee Indien und herzlich willkommen zurück im Chaos.

Gestern habe ich mich um 11 Uhr von Frankfurt aus in Richtung Amritsar gemacht. Jetzt sitze ich gerade in Delhi im Flughafen mit einem Eiskaffee und schreibe den ersten Blogeintrag seit 2012! Hier ist es gerade 06:22 Uhr und erstaunlicherweise bin ich hellwach – obwohl ich nur max. 1,5 Stunden geschlafen habe. Tja, ihr liegt jetzt alle noch in den Betten…oder seid ihr gerade erst schlafen gegangen? Wer weiß das schon?

Ich merke gerade, ich werde persönlich in Indien wieder zurückgeheißen, denn es schallt gerade ein Lied durch den Flughafen, das wir hoch und runter gehört haben als ich mein Austauschjahr hier verbracht habe. „Teri meri“, was so viel bedeutet wie „Deine, meine“. Nostalgie pur!

Okay, jetzt aber mal zum Flug! Auch wenn ich die ganze Zeit in meinem Kopf teri meri, meri teri, prhem kahan muchehil singe.
Ich bin also 11 Uhr aus Frankfurt los und bin mit einer sehr neuen Boing 777 geflogen. Knapp sechs Stunden war ich unterwegs, die ich mit Filmen und einem Buch herumgebracht habe. Die Filme müssen jetzt kurz Anklang finden, denn ich kann sie nur wärmstens empfehlen! Der erste Film war „Home“. Es ist ein neuerer Disneyfilm und wie viele ja von mir wissen, bin ich ein Disneyfreak! Also, wer mehr über den kleinen, mega süßen und lustigen kleinen Boove Oh erfahren möchte, sollte diesen Film nicht verpassen! Mama? Es gibt „The second best Marigold Hotel“!!! Du kannst dich also perfekt auf Indien einstimmen wenn du hergeflogen kommst! So hat mir das fast noch besser gefallen also unsere Idee beide Teile hintereinander zugucken! Es war einfach der perfekte Film, um wieder herzukommen!

So, genug mit Werbung 😀

Ich bin dann also sehr gut in Dubai angekommen, wenn auch extrem hungrig – es gab nicht mal ein vegetarisches Menü an Board und so hab ich von trockenem Reis und zwei Kräckern mit Kirikäse gelebt. In Dubai hab ich dann Heike kennengelernt. Sie studiert in den Niederlanden, kommt aber aus Deutschland und beginnt jetzt ihre 7 wöchige Backpackertour durch Thailand, Vietnam und Bali. Da wäre ich fast ein bisschen neidisch geworden! Da unsere Anschlussflüge fast gleichzeitig starteten, konnten wir die ganzen 3 Stunden zusammen überbrücken, was sehr angenehm war. Wir haben uns beide einen Wrap für 7€ !!! gekauft, der definitiv nicht nach 7€ geschmeckt hat und haben viel gequatscht! Dann trennten sich unsere Wege wieder. Als ich dann in mein Flugzeug stieg, war ich erstmal ein bisschen genervt, weil ich in der Mitte Mitte sitzen musste. Dazu kam dann auch noch, dass der Inderin die neben mir saß, wohl dauerschlecht war und sie sich zweimal fast übergeben musste – drei Kreuze, dass sie es zurückhalten konnte! Tja, aber bevor ihr überhaupt schlecht werden konnte, saßen wir alle erst mal 2 Stunden im Flugzeug am Flughafen rum, denn wir hatten ein technisches Problem. Es hatte sich wohl irgendein Metallteil im inneren des Flugzeuges gelöst, was verständlicher Weise, vorher noch zu reparieren war. Nach einer Stunde gab es dann die Durchsage, dass es eine gute und eine schlechte Nachricht geben würde. Die gute Nachricht war, dass das Problem behoben worden war und die schlechte, dass es eine weitere Störung mit einer Funktion im Cockpit gab. Dö Düm, war alles was ich dachte! Gott sei Dank musste ich mir kein Stress um meinen nächsten Flug nach Amritsar machen und hab die zwei Stunden Verspätung positiv gesehen, denn dadurch muss ich jetzt hier nicht noch länger alleine rumsitzen und warten! Das eine Verspätung positiv war…das hab ich auch noch nicht erlebt, aber hey, Indien stell halt mal wieder alles auf den Kopf J
So bin ich also in Delhi angekommen. Es gab tatsächlich nach all den Visumsproblemen kein Problem bei der Einreise und nachdem ich dann hinter der Passkontrolle war hab ich noch eine Stunde auf meinen Rucksack gewartet und bin dann weiter raus. Mein erster Gedanke, als ich meinen Fuß auf indischen Boden setzte war nur „Welcome to India and enjoy the monsun!“. Das Wasser steht auf den Straßen, es schüttet wie aus Kübeln und die Menschen interessiert es nicht. Wie ich es liebe. Die Luft während des Monsuns ist einfach unverwechselbar schön! Warm, es riecht nach Regen und Indien (tut mir Leid für diese Beschreibung, aber wer schon mal hier war wird wissen was ich meine – ich meine übrigens nicht den indischen Mief, sondern den angenehmen Geruch). Es fühlt sich so schön an wieder hier zu sein.

In einer halben Stunde muss ich dann auch weiter zum nächsten Boarding, damit ich nach Amritsar kann. Ich bin inzwischen doch sehr aufgeregt und vor allem neugierig auf die Stadt! In meinem zweiten Flieger, saß eine ältere Dame in meiner Nähe. Sie hatte weiße, hüftlange Haare und erzählte mir, dass sie jedes Jahr nach Indien fliegen würde! Eine sehr faszinierende Frau, die auch schon vier Jahre in Indien gelebt hat! Sie war natürlich auch schon in Amritsar und hat mich noch neugieriger gemacht. Was auch sonst!?
Naja, ich komme jetzt mal zum Schluss, ich hoffe nur, dass das mit meinem pick up services vom Hotel klappt 😀 Das werde ich nachher noch ergänzen!

Ich mache mich dann mal wieder auf den Weg! Der letzte Flug für heute! Wie aufregend 😀

Bis demnächst!

 

P.S.: Kurzer Gedanke am Rande, welcher mich im Flugzeug von Dubai nach Delhi zum

Grübeln gebracht hat:
Ist es nicht äußerst fragwürdig, wenn sogar Flugzeugessen von Emirates indischer schmeckt, als das Essen in deutschen, indischen Restaurants? 😀

 

Alos mit dem Abholen hat alles geklappt Ms. Keera wude abgeholt 😀
Allerdings habe ich hier sehr wenig Internet. Aber nun ja…ahhhh!!! Ich bin mit dem ehmaligen Premierminister Manmohan Singh nach Amritsar geflogen! Deswegen hat es eine Weile gedauert eh wir aus dem Fliegr raus konnten, der gute Herr musste nämlich erst fotografiert und begrüßt werden.

Hier ein Kurzbericht über das vergangene Jahr <3

Indien – Eine lebensverändernde Erfahrung

Meine Nervosität und Erwartungen stiegen Tag für Tag, als es endlich entschieden war das ich für 9 Monate nach Indien gehen würde. Ich habe 3 Monate, bevor ich Deutschland verlassen habe angefangen die Tage rückwärts zu zählen.  Das Ende des Junis rückte näher und endlich war es Zeit zu gehen. Doch jetzt folgte der schwerste Teil, dass „Auf Wiedersehen“. Am 28. Juni verließ ich meine Familie, meine Freunde und mein Zuhause, um ein neues Kapitel meines Lebens zu öffnen.

Als ich endlich auf meinem Platz im Flugzeug saß, hatte ich plötzlich tausend Fragen im Kopf wie „Wie wird es sein?“, „Wird man mich akzeptieren?“, „Schaffe ich es mein Leben 9 Monate alleine zu bewältigen?“, diese Art von Fragen ließ mir keine Ruhe.

Die typische indische Luft schlug mir in mein Gesicht, als ich den Flughafen von Neu Delhi verließ und augenblicklich verschlug es mir die Sprache als ich mich mit meiner neuen Umgebung vertraut machte. Die riesengroße Anzahl an Autos und Motorrädern, Kühe dazwischen auf den Straßen, Männer zu viert auf einem Roller, Kinder die am Straßenrand spielten und so vieles mehr! Fast jeden Tag gab es kleinere oder größere Problem zu bewältigen, doch nur durch diese konnte ich begreifen, dass ich in Indien war, allein und auf eigenen Beinen. Endlich war ich dort, worauf ich Monate hingearbeitet hatte.

Es war und ist einfach super so viele neue Familien gefunden zu haben! Die erste neue Familie, war die „Studenthouse-Familie“. Wir haben einfach so viele Dinge zusammen gemacht, sind nach Agra, Pushkar, Goa, Mumbai und Udaipur gefahren. Haben verschiedenste Feiern zusammen erlebt und sind einfach richtig zusammen gewachsen. Die zweite Familie, habe ich in meinen neuen Freunden gefunden. Es war einfach klasse, wie schnell ich in alles integriert wurde, wohin ich überall hin mitgenommen wurde und was ich von ihnen alles gelernt habe! Die dritte und letzte Familie, habe ich in meiner Gastfamilie gefunden. Nachdem ich bei etlichen Mädchen aus meiner Klasse war, fand ich letztendlich die beste Gastfamilie bei meiner besten Freundin. Zu dieser Familie kehrte ich jedes Wochenende zurück, verbrachte Feiertage dort, wurde überall hin mitgenommen und bin sogar auf Reisen mitgefahren. Die gesamte Familie ist mir extrem ans Herz gewachsen, sie haben mir so viel von der indischen Kultur näher gebracht, was ich zu lieben begonnen habe. Diese drei Familien gefunden zu haben, hat es noch viel schwerer gemacht meine Sachen zu packen und wieder nach Hause zu fliegen. Ich wurde so oft gefragt, ob ich zurückkommen werde und ich antwortete jedes Mal mit einem „Definitiv!“. Indien, war und wird es auch immer für mich bleiben, der perfekte Mix aus allem: Frauen gekleidet in exquisiten Saris, scharfes Essen, strahlend lächelnde Menschen(egal in welcher Lebenslage), umherlaufende Kühe und eine komplett andere Kultur. Aber vor allem, war es eine Erfahrung geprägt von Liebe, Geben und Nehmen und ganz klar eine Verwandlung und Erweiterung meiner Persönlichkeit, die auch nach meinem Austausch noch nicht zu Ende ist.

Jeden Tag denke ich zurück an meine Zeit in Jaipur und bin einfach nur unglaublich glücklich, dass ich so eine Erfahrung erleben durfte. Meine Reise nach Indien hat es mir nicht nur möglich gemacht eine komplett andere Seite der Welt zu entdecken, sondern auch starke Verbindungen zu sehr interessanten Leuten zu knüpfen. Ich habe mich unerwartet stark entwickelt und ich kann mir nicht vorstellen wer ich ohne dieses Jahr in Indien wäre. Ich hätte es verpasst, so viele außergewöhnliche Menschen getroffen zu haben und wäre heute ein komplett anderer Mensch!

 

Tja ja, lang lang ist’s her :)

Ich erinnere mich doch immer wieder gerne an mein Austauschjahr in Indien. Ein bisschen sentimental werde ich schon schon dabei, aber ich bin immer glücklich das ich so eine einzigartige Erfahrung machen durfte. Das Leben hat mich schon lange wieder eingeholt und der „liebe Alltagstrott“ ist auch schon lange wieder zurückgekehrt. Alles geht seinen Gang. Ich weiß absolut nicht, wo ich heute ohne Indien gewesen wäre. Es hat mich doch sehr verändert und ich bin verdammt dankbar für alles was ich erleben durfte. Hier also noch einmal ein paar Eindrücke des vergangenen Jahres.

Fast vorbei :(

Vorgestern war ich wieder in meiner Schule (: Es war wirklich zu schön alle wieder zu sehen! Wir hatte so viel Spaß und ich wurde sogar von meiner englisch Lehrerin und meiner Schulleiterin umarmt! Das muss man sich mal vorstellen, in Indien! =D Ich habe das Schulmagazin bekommen und „HILFE“ ich bin auf dem Cover und ziemlich oft auch innen drin!
Gestern hab ich die letzten Besorgungen gemacht und habe mich das letze Mal mit allen meinen Freunden getroffen. Wir hatten viel Spaß, waren in verschiedensten Malls und Cafes und haben dort unser Leben gechillt (;
Heute Abend geht es für mich wieder zurück, in Richtung Heimat…Einerseits freue ich mich extrem nach Hause zu kommen, aber andererseits will ich ganz und gar nicht nach Hause…oh man! Heute Abend geht es dann von Jaipur nach Delhi, von Delhi nach Amman und von Amman nach Frankfurt und dann nach Hause, eine lange Reise steht vor mir. Bin gespannt, ob alles so klappt wie ich das möchte (;
Bis dahin,
CIOA!

Öhm, bin noch am Leben :D

Also, ich hab mich ja schon eine Weile nicht mehr hören lassen, dieses tut mir Leid. Ich werde das mal schnell alles nachholen.
Tja, also mein Friendshipday war wirklich sehr schön. Wie der Name es schon sagt, haben wir uns mit einigen Freunden getroffen (auch mit einigen neuen Austauschschülern) und sind in die „Triton“ Mall gefahren. Die größte Mall in ganz Jaipur. Dort haben wir dann den neuen Austauschschülern alles gezeigt, die waren echt baff von der Mall (: Hat mich ein bisschen an uns damal erinnert, als wir das erste mal in diese MONSTERMALL gekommen sind. Ja, wir waren dort fast den ganzen Tag und als wir nach Haues gekommen sind, waren wir ganz schön erschöpft.
Die Tage danach, bin ich ab und zu mal in eine Mall gefahren und hab ein paar Besorgungen gemacht.
Am 10. August war dann der Geburtstag Krishnas und außerdem der Geburtstag des Vaters in der Familie, wo ich wohne. Wir sind am Abend deswegen noch Essen gegangen, welches natürlich wieder sehr lecker war. ^^
Die Tage zwischen dem 10. bis jetzt waren mit allem möglichen „Krims Krams“ gefüllt, der aber nicht erwähnenswert ist.
Heute war ich in so etwas wie einem Reservat für Löwen und Tieger. Es war echt cool, wir konnten uns die Tieren von nicht mal einem Meter Entfernung ansehen, da die Familie „Connections“ hat und wir deswegen, sozusagen „hinter die Kulissen“ schauen durften. Richtig cool! Es ist so schön gewesen, weil gerade alles so grün ist hier, durch den Monsun! Voll toll! Ich werde später ein paar Bilder in die Galerie uploaden, kann es aber nicht sofort machen, also ein wenig Gedult bitte (;
Danach sind wir dann noch kurz zum Amber Fort gefahren, sind dort ein bisschen rumgelaufen, haben ein paar Bilder gemacht und sind dann weiter zum Jal Mahal gedüst. Hier noch einmal eine kurze Erklährung: Jal Mahal ist die Bezeichnung für den Platz, wo das Haus auf dem Wasser „steht“ Dort haben wir das gleich gemacht, wie auf dem Amber Fort. Danach sind wir wieder nach Hause gefahren und hier bin ich und schreibe endlich mal wieder meinen Blog (:
Wie gesagt, Bilder kommen ein bisschen später.
Das wars erst einmal wieder (:
Cioa!